Wie läuft die Übernahme einer Marke ab? Der Prozess einfach erklärt.
- 14. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Wenn ein grosser Konzern eine traditionsreiche Marke übernimmt - wie es BMW mit Alpina getan hat - steckt dahinter ein mehrstufiger Prozess, der sich über Jahre erstrecken kann. Am Beispiel Alpina lässt sich gut zeigen, wie so eine Übernahme in der Praxis abläuft.
1. Strategische Ueberlegung und erste Kontakte
Am Anfang steht meist eine strategische Überlegung: Ergänzt die Zielmarke das eigene Portfolio sinnvoll? Bei Alpina war die Logik naheliegend - eine Marke mit über 50-jähriger Geschichte, enger technischer Verbindung zu BMW und einem klar definierten Markenkern, die sich ideal zwischen den BMW-M-Modellen und Rolls-Royce positionieren liess.
2. Due Diligence
Es folgt eine gruendliche Pruefung: Markenrechte, Patente, Fertigungsvertraege, Mitarbeiterstruktur, Kundenstamm, finanzielle Situation. Bei einer Marke wie Alpina gehört dazu auch die Klärung, welche Namensrechte, Werkzeuge und welches Know-how tatsächlich übertragen werden können - und welche Teile beim ursprünglichen Unternehmen verbleiben.
3. Verhandlung und Kaufvertrag
Hier wird der eigentliche Deal ausgehandelt: Kaufpreis, Uebergangsfristen, was mit dem Gruenderteam passiert, ob Teile des alten Geschaefts weiterlaufen duerfen. Im Fall Alpina einigten sich BMW und die Familie Bovensiepen bereits 2022 auf die grundsätzliche Übernahme, mit einer mehrjährigen Übergangsphase bis zum vollständigen Rechteübergang zum 1. Januar 2026.
4. Regulatorische Freigaben
Je nach Groesse der Transaktion muessen Kartellbehoerden zustimmen. Bei einer vergleichsweise kleinen Nischenmarke wie Alpina ist dieser Schritt meist unkompliziert, bei grösseren Übernahmen kann er Monate oder Jahre dauern.
5. Markentransfer und Repositionierung
Nach dem formellen Übergang beginnt die eigentliche Integration: neues Wortmark-Design, neues Markenlogo, klare Positionierung im Portfolio. BMW nutzte diese Phase, um Alpina strategisch neu auszurichten - weg vom breiten Modellangebot hin zu einer fokussierten Luxusmarke oberhalb der regulären BMW-Modelle.
6. Erste Produkte unter neuer Führung
Der Erfolgsbeweis einer Übernahme zeigt sich am ersten eigenständig entwickelten Produkt. Bei Alpina ist das der kommende B7 auf Basis des neuen 7er (Codename G72) sowie die Design-Studie Vision BMW Alpina, die die künftige Formensprache der Marke zeigt.
7. Umgang mit dem ursprünglichen Unternehmen
Oft bleibt ein Teil des alten Unternehmens bestehen, aber mit eingeschränktem Fokus. Die Familie Bovensiepen betreibt weiterhin ein eigenständiges Unternehmen, das unter anderem den Bovensiepen Zagato baut und den Bestand historischer Alpina-Fahrzeuge betreut - jedoch ohne Zugriff auf den Markennamen "Alpina" im automobilen Neuwagengeschäft.
Eine Markenübernahme ist selten ein einzelner Akt, sondern ein mehrjähriger Prozess aus Verhandlung, Übergangsfristen und schrittweiser Neupositionierung. Am Beispiel Alpina zeigt sich, wie ein Konzern eine Nischenmarke nicht einfach schluckt, sondern gezielt neu ausrichtet, um sie strategisch im eigenen Portfolio zu platzieren.
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Quellen: BMW Press Group, Google, Instagram, Erfahrungen aus dem Auto Gewerbe
Hilfsmittel: Für die Grammatik der Texte nutze ich Google Gemini und Claude




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