Neue Klasse: BMW eröffnet Batteriewerk Irlbach-Strasskirchen – Serienstart für die Gen6-Hochvoltbatterie.

Von der grünen Wiese zur Serienfertigung in zweieinhalb Jahren: In Niederbayern laufen ab sofort die Hochvoltbatterien der sechsten Generation vom Band. Erster Abnehmer ist das Werk München, wo der neue BMW i3 gebaut wird.
Die BMW Group hat ihr neues Werk Irlbach-Strasskirchen offiziell eröffnet und gleichzeitig die Serienproduktion gestartet. Der Standort im Landkreis Straubing-Bogen ist das zentrale Batteriewerk für die deutschen Fahrzeugwerke und damit ein Schlüsselbaustein für den Hochlauf der Neuen Klasse. Bemerkenswert: Weil die Nachfrage nach den neuen Modellen höher ist als erwartet, startet die Fertigung nicht wie üblich im Einschicht-, sondern direkt im Zweischichtbetrieb.
Produktionsvorstand Raymond Wittmann bezeichnet das Werk als zentrale Drehscheibe, die die deutschen Fahrzeugwerke mit Hochvoltbatterien der sechsten Generation versorgt. Rund eine Milliarde Euro hat BMW in den Standort investiert.
Rekordzeit dank breiter Unterstützung
Auf dem 60 Hektar grossen Areal vergingen zwischen Baubeginn im April 2024 und den ersten Vorserienbatterien im März 2026 weniger als zwei Jahre. Den Grundstein legte ein Bürgerentscheid im September 2023: Über 75 Prozent der Stimmberechtigten in Strasskirchen sprachen sich bei einer Beteiligung von rund 77 Prozent für die Ansiedlung aus.
Auch bei der Umsetzung setzte BMW auf regionale Partner. Alle direkt beauftragten Bauunternehmen stammen aus Deutschland, zwei Drittel davon aus Bayern. Bei den Anlagenbauern kommen mehr als drei Viertel aus Deutschland und jeder dritte aus Bayern.
So entsteht eine Gen6-Hochvoltbatterie
Das Batteriekonzept der Gen6 ist komplett neu und soll künftig in allen Fahrzeugsegmenten der BMW Group zum Einsatz kommen. Die zylindrischen Rundzellen werden nach dem Cell-to-Pack-Prinzip direkt in die Batterie integriert, ohne klassische Module dazwischen. Die Batterie selbst wird über das Pack-to-open-Body-Konzept zum tragenden Teil der Karosseriestruktur.
Der Fertigungsablauf im Überblick:
Wareneingang: Die Zellen von externen Zellherstellern durchlaufen zusätzliche Messungen, etwa der Spannung.
Zellcluster: Die Zellen werden mit Kühlern verbunden, was Isolation und Kühlung sicherstellt.
Laserbearbeitung: Zellcluster und Zellkontaktiersystem werden per Laser gereinigt und punktgenau verschweisst.
Foaming: Ein Schaum verbindet alle Elemente zu einer mechanischen Einheit und sorgt nach dem Aushärten für Stabilität und Langlebigkeit.
Gehäuse: Das Gehäuse wird geschlossen, abgedichtet und vernietet.
Energy Master: Zum Schluss wird die zentrale Steuereinheit montiert und mit dauerelastischem Dichtkleber abgedichtet.
End-of-Line-Prüfung: Jede einzelne Batterie wird zu 100 Prozent geprüft.
Pro Batterie werden über 3'500 Datenpunkte in Echtzeit erfasst. Eigens entwickelte KI-Assistenten und -Agenten werten diese Daten aus und sollen gemeinsam mit 500 Robotern auf 50'000 Quadratmetern Produktionsfläche eine Null-Fehler-Fertigung ermöglichen. Bereits vor der Inbetriebnahme kamen digitale Zwillinge und VR-Anwendungen für Planung und Schulung zum Einsatz. Im Zuge der Gen6-Entwicklung hat BMW über 500 Innovationen zum Patent angemeldet.
Im Vollbetrieb sollen rund 1'600 Mitarbeitende auf zwei Produktionslinien mehrere hundert Hochvoltbatterien pro Tag fertigen.
Was das für den neuen BMW i3 bedeutet
Die Batterien aus Niederbayern landen zuerst im neuen BMW i3 aus München. Die Eckdaten des i3 50 xDrive First Edition:
Batteriekapazität: 108,7 kWh
Reichweite: bis zu 906 km (WLTP)
Ladeleistung DC: bis zu 400 kW dank 800-Volt-Technik
Schnellladen: Energie für bis zu 423 km in 10 Minuten
Bidirektionales Laden an Bord
Fossilfrei produziert, weniger CO₂ in der Zelle
Im Regelbetrieb kommt das Werk ohne fossile Energieträger aus. Eine Photovoltaikanlage auf dem Gelände liefert einen Teil des Stroms, der Rest stammt vollständig aus erneuerbaren Quellen. Für die Batteriemontage wird prozessbedingt kein Wasser benötigt.
In den Gen6-Zellen des i3 stecken anteilig Sekundärmaterialien für Kobalt, Lithium und Nickel. Zusammen mit erneuerbarem Strom bei der Herstellung von Anoden- und Kathodenmaterial und bei der Zellfertigung sinkt der CO₂e-Ausstoss pro Wattstunde gegenüber der Gen5-Zelle um rund 33 Prozent.
Local for Local: Fünf Batteriewerke weltweit
Irlbach-Strasskirchen ist eines von fünf neuen Gen6-Montagewerken, die BMW jeweils nahe an den Fahrzeugwerken errichtet. Die weiteren Standorte sind Debrecen (Ungarn), Shenyang (China), Woodruff (USA) und San Luis Potosí (Mexiko). Das Prinzip hält die Wege zwischen Batterie- und Fahrzeugwerk kurz.
Das bayerische Batterienetzwerk
Das neue Werk ist Teil eines Netzwerks, das die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt:
Battery Cell Competence Center (BCCC), München: Forschung an neuen Zelltechnologien
Cell Manufacturing Competence Center (CMCC), Parsdorf: seriennahe Zellfertigung und Tests
Pilotwerke in Parsdorf, Hallbergmoos und im FIZ München: Prototypen und Entwicklung der Fertigungsprozesse für die Neue Klasse
Cell Recycling Competence Center (CRCC), Salching: Seit Dezember 2025 in Betrieb, nur 16 km von Strasskirchen entfernt. Beim dort eingesetzten Direktrecycling werden Reststoffe und ganze Zellen mechanisch zerlegt, ohne energieintensive chemische oder thermische Aufbereitung. Betrieben wird das Zentrum von der Encory GmbH, das geistige Eigentum am Verfahren liegt bei BMW.
Mit dem neuen Werk stärkt BMW zudem Ostbayern als Industriestandort. Rund 40 Prozent aller jemals gebauten BMW Automobile stammen aus Dingolfing und Regensburg, und etwa ein Fünftel der weltweiten Belegschaft arbeitet in Dingolfing, Regensburg, Landshut und nun Irlbach-Strasskirchen.
Mit Irlbach-Strasskirchen schliesst BMW eine zentrale Lücke im Hochlauf der Neuen Klasse. Dass das Werk direkt im Zweischichtbetrieb startet, ist ein deutliches Signal, wie gefragt die neuen Elektromodelle sind. Spannend wird, wie schnell die weiteren deutschen Fahrzeugwerke an die Versorgung aus Niederbayern angeschlossen werden.
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Quellen: BMW Press Group, Google, Instagram, Erfahrungen aus dem Auto Gewerbe
Hilfsmittel: Für die Grammatik der Texte nutze ich Google Gemini und Claude




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