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1,3 Kilo weniger, mehr Gefühl: Der neue M Motorsport Rahmen der BMW M 1000 RR.

vor 3 Stunden
3 Min. Lesezeit

Bei einem Superbike reden alle über PS, Flügel und Elektronik. Dabei entscheidet ein Bauteil, das man kaum sieht, darüber, ob man einer Maschine in Schräglage vertraut oder nicht: der Rahmen. Genau hier legt BMW Motorrad bei der M 1000 RR nach. Ab Modelljahr 2027 kommt die dritte Generation des M Motorsport Rahmens serienmässig – und sie ist nicht einfach nur leichter, sondern bewusst «weicher» an den richtigen Stellen.


Steif ist nicht gleich schnell

Lange galt im Rahmenbau die einfache Formel: je steifer, desto besser. Heute weiss man es besser – und der Rennsport hat es vorgemacht.


Das Problem ist physikalisch: Steht ein Motorrad aufrecht, schlucken Gabel und Federbein Bodenwellen problemlos. Liegt es aber mit tiefer Schräglage in der Kurve, wirken die Stösse der Fahrbahn zunehmend quer zur Federungsrichtung. Die Federelemente können dann nur noch einen Teil davon verarbeiten. Ist der Rahmen in dieser Situation bretthart, gibt er jede Unebenheit direkt an den Reifen weiter – das Rad hüpft, der Grip schwankt, der Fahrer verliert Vertrauen.


Die Lösung: Der neue Rahmen darf sich seitlich in einem genau definierten Bereich elastisch verformen. Er wird damit in Schräglage zu einer Art zusätzlichem Federelement. In Längsrichtung bleibt das Chassis dagegen kompromisslos steif – denn beim harten Anbremsen und beim Herausbeschleunigen sollen die Kräfte ohne Umweg ankommen.


Die Zahlen hinter dem Konzept

  • Rund 1,3 kg Gewichtsersparnis gegenüber der Vorgängerversion – und das an einer zentralen Stelle des Motorrads, was sich bei schnellen Richtungswechseln bemerkbar macht.

  • Bis zu 30 Prozent dünnere Wandstärken – das ist der eigentliche Hebel, mit dem die Ingenieure Steifigkeit und Flex gezielt austarieren.

  • Vier Aluminium-Gussteile bilden den Rahmen: Steuerkopf, die beiden Seitenteile und das Heckteil.


Für Fahrerinnen und Fahrer soll das mehr Präzision beim Einlenken, eine klarere Rückmeldung vom Vorderrad und einen konstanteren Reifenkontakt bringen. Ein netter Nebeneffekt für alle Trackday-Fans: Der Reifen soll gleichmässiger verschleissen.


Drei Werke, ein Rahmen

Spannend ist auch, wie das Bauteil entsteht. BMW verteilt die Arbeit auf drei Standorte, die jeweils ihre Spezialität einbringen:


München – der Kopf. In der Entwicklung werden Geometrie, Wandstärken und die Verteilung der Steifigkeit am Computer festgelegt. Danach folgt der Härtetest: Simulation, Prüfstand und schliesslich Fahrversuche.


Landshut – das Giessen. Das BMW Group Werk Landshut ist im Konzern die Adresse für Leichtmetall. Die vier dünnwandigen Teile entstehen im Niederdruckguss: Das flüssige Aluminium wird dabei ruhig und kontrolliert in die Form gedrückt statt hineingeschossen – so bilden sich weniger Lufteinschlüsse. Die inneren Hohlräume formen Sandkerne, die im Cold-Box-Verfahren hergestellt werden. Schon bevor das erste Werkzeug gebaut wird, simuliert BMW, wie sich das Sand-Gemisch beim Kernschiessen verhält. Am Ende steht jedes Teil vor dem Röntgengerät und der Messmaschine.


Berlin – das Finish. Im Motorradwerk Spandau, dem Leitwerk von BMW Motorrad, werden die vier Gussteile im WIG-Verfahren zusammengeschweisst. Danach erhält der Rahmen eine kathodische Tauchlackierung als Korrosionsschutz, die auch in die Hohlräume gelangt. Zum Schluss werden Aufnahmepunkte und Funktionsflächen auf Endmass gefräst und der komplette Rahmen nochmals vermessen – erst dann geht er in die Montage.


Vom Werksteam in die Garage

Der Rahmen ist kein reines Serienbauteil mit Rennsport-Etikett. Er bildet die gemeinsame Basis für die BMW Werksteams, den weltweiten Kundensport und die Strassenversion. Was im Wettbewerb gelernt wird, fliesst direkt in die Auslegung ein – und umgekehrt profitieren Privatteams von einem Chassis, das von Haus aus auf Rennstrecken mit ganz unterschiedlichem Charakter funktionieren soll.


Für BMW Motorrad Motorsport-Chef Sven Blusch ist genau dieses Zusammenspiel von Leichtbau, abgestimmter Elastizität und der Kompetenz aller drei Standorte der Schlüssel für mehr Grip und präzisere Fahrwerksperformance.


1,3 Kilogramm klingen auf dem Papier unspektakulär. Die eigentliche Geschichte ist aber eine andere: BMW behandelt den Rahmen nicht mehr als starres Gerüst, sondern als fein abgestimmtes Fahrwerksbauteil. Das ist die Art von Detailarbeit, die man im Prospekt kaum sieht – aber in der dritten Runde auf dem Ring ganz genau spürt.


Ob sich das Versprechen von mehr Vertrauen in Schräglage einlöst, wird erst der Fahreindruck zeigen.

Meine Blog Artikel erstelle ich aus folgenden Quellen und Hilfsmittel:

Quellen: BMW Press Group, Google, Instagram, Erfahrungen aus dem Auto Gewerbe

Hilfsmittel: Für die Grammatik der Texte nutze ich Google Gemini und Claude

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