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BMW M zwischen EU7-Umstellung, Elektro-M3 und V8-Zukunft

  • 20. Juli
  • 4 Min. Lesezeit
BMW M-Chef Frank van Meel hat sich in einem aktuellen Interview zu Absatzzahlen, dem neuen M2 mit Allradantrieb, dem kommenden elektrischen M3 sowie zur Zukunft der Verbrennungsmotoren geäussert. Wir fassen die wichtigsten Aussagen zusammen.

Verkaufszahlen: Kleines Minus mit klaren Gründen

Im ersten Halbjahr verzeichnete BMW M ein leichtes Minus bei den Verkaufszahlen. Van Meel nennt zwei Hauptgründe: den Modellauslauf von M8, X3 M und X4 M sowie eine dreimonatige Produktionspause bei M2, M3 und M4. Diese Pause war notwendig, um die Sechszylinder-Motoren auf die neue Abgasnorm EU7 umzustellen – Stichwort «M Ignite».


China bleibt trotz eines insgesamt schwächelnden Gesamtmarkts der grösste Wachstumsmarkt für BMW M, mit einem Plus von knapp 28 Prozent im Vorjahr. Das Interesse am Motorsport wächst dort stark, auch weil zunehmend chinesische Hersteller in diesen Bereich vordringen. Weltweiter Bestseller im ersten Halbjahr war der BMW X3 M50, der die Lücke der ausgelaufenen X3 M und X4 M auffängt.


M2 mit M xDrive: Allrad auf Kundenwunsch

Der M2 war ursprünglich als klassischer Hecktriebler konzipiert, auch als Handschalter. Der neue M xDrive-Allradantrieb wurde aufgrund starker Kundennachfrage aus Regionen wie dem US-Snowbelt oder der Schweiz eingeführt. Van Meel betont, dass sich der M xDrive weiterhin wie ein Hecktriebler anfühlt, bei Nässe oder Schnee aber deutlich mehr Traktion für schnelleres und sichereres Herausbeschleunigen aus Kurven bietet.


Gelbe Tagfahrlichter kommen häufiger

Die «M Yellow Lights», bisher den absoluten Topmodellen vorbehalten, werden künftig öfter zu sehen sein. Sie gehören zur neuen Designsprache der Neuen Klasse und kennzeichnen nun auch M-Performance-Modelle wie den neuen X5 M60e Plug-in-Hybrid.


Der elektrische M3 (ZA0): Emotion statt PS-Wettrüsten

Das grösste Thema des Interviews ist der kommende elektrische M3. Van Meel bestätigt: Das Fahrzeug wird «M3» heissen, nicht «iM3». Seine Begründung: Ein M3 sei immer ein M3 – unabhängig davon, ob er von Vierzylinder, Sechszylinder, V8 oder Elektromotoren angetrieben wird.


Den nächsten M3 wird es künftig in zwei Varianten geben: als reines Elektrofahrzeug und weiterhin als Verbrenner unter dem Codenamen G84. Für absolute Bestzeiten soll der Elektro-M3 die erste Wahl sein, während Kunden, die klassische mechanische Emotionen bevorzugen, weiterhin zum Verbrenner greifen können.


Besonders spannend: BMW M legt beim Elektro-M3 grossen Wert auf Emotion und Fahrgefühl. Dazu gehört eine authentische Soundentwicklung sowie simulierte Gangwechsel mit spürbaren Stufigkeiten beim Anbremsen – damit der Fahrer jederzeit ein Gefühl für seine Geschwindigkeit behält und auf der Rennstrecke die Orientierung nicht verliert.


Klar positioniert sich van Meel auch gegen das Wettrennen um vierstellige PS-Zahlen: Wichtiger als reine Show-Werte von 1'000 PS seien Dauerleistung ohne Überhitzung auf der Rennstrecke, Beherrschbarkeit und das typische M-Gesamtpaket.


Verbrenner bleiben: S58 und V8 erfüllen EU7

Auch wenn die Elektrifizierung voranschreitet, betont van Meel: Verbrennungsmotoren – Sechszylinder wie V8 – bleiben BMW M noch lange erhalten.


Der S58-Sechszylinder erfüllt die neue EU7-Norm dank des «M Ignite»-Verfahrens (Vorkammerzündung) ohne Leistungsverlust. Da zur Kühlung unter EU7 kein Kraftstoff mehr eingespritzt werden darf, sorgt die Vorkammerzündung durch eine gleichmässigere Verbrennung für niedrigere Temperaturspitzen – mit dem netten Nebeneffekt, dass der Motor dadurch wieder etwas kerniger und rauer klingt.


Die V8-Motoren erreichen die EU7-Norm über einen anderen Weg: das Miller-Verfahren mit Lambda 1 in Kombination mit deutlich erweiterter Kühlung.


Der M5 als Praxisbeispiel: V8 trifft EU7

Van Meels Aussagen zum V8 sind für den aktuellen M5 (G90/G99) keine Zukunftsmusik, sondern längst Realität. Bereits seit März 2026 läuft der 4.4-Liter-Biturbo-V8 (S68) im M5 mit reduzierter Verbrennerleistung: Statt bisher 430 kW/585 PS leistet der Motor nun 400 kW/544 PS. Die Systemleistung bleibt dank optimierter Software auf der Elektroseite unverändert bei 535 kW/727 PS, da BMW die Verluste beim Verbrenner durch den Hybridantrieb kompensiert.


Wichtig für die technische Einordnung: Anders als der Sechszylinder setzt der V8 nicht auf das «M Ignite»-Vorkammerzündverfahren. Stattdessen kommt beim S68 das Miller-Brennverfahren zum Einsatz, kombiniert mit optimierter Motorsteuerung und verbesserter Abgasnachbehandlung. Der Grund: Unter EU7 darf zur Kühlung kein Kraftstoff mehr eingespritzt werden – der V8 muss die entstehende Wärme also anders in den Griff bekommen als der Sechszylinder.


Van Meel bestätigte gegenüber BimmerToday, dass sowohl der S58 als auch der S68 «noch lange» im Programm bleiben und voraussichtlich bis weit in die 2030er-Jahre überleben werden.

Ein M5 LCI (Facelift) wird für 2027/2028 erwartet. Nach unseren internen Informationen wechselt BMW beim Facelift jedoch weg vom bisherigen Plug-in-Hybrid-Konzept hin zu einem Mild-Hybrid-V8. Das würde einen deutlichen Strategiewechsel bedeuten – weg vom schweren PHEV-Package mit grosser Batterie und elektrischer Reichweite, hin zu einem leichteren, schlankeren Hybridsystem, das primär der Effizienz und EU7-Konformität dient statt einer nennenswerten rein elektrischen Reichweite. Das würde auch das notorische Mehrgewicht des aktuellen M5 gegenüber dem Vorgänger deutlich reduzieren. Ein rein elektrischer M5 bleibt damit vorerst kein Thema – dieser wird frühestens mit der nächsten 5er-Generation auf Basis der Neuen Klasse (nicht vor 2030) realistisch.


V8 und Performance-Modell auch für den neuen 3er

Zum Abschluss bestätigt van Meel, dass es auch künftig wieder V8-Modelle geben wird – sowohl als M Performance als auch als High-Performance-Ausführung für den europäischen Markt. Zudem plant BMW M ein eigenes Performance-Modell für den kommenden Nachfolger des 3er.

Quelle: Interview mit Frank van Meel, BMW M GmbH

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Quellen: BMW Press Group, Google, Instagram, Erfahrungen aus dem Auto Gewerbe

Hilfsmittel: Für die Grammatik der Texte nutze ich Google Gemini und Claude

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