Warum der neue BMW X5 (G65) schwerer ist als sein Vorgänger.
- vor 6 Tagen
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Mit der fünften Generation bringt BMW den X5 auf eine völlig neue technische Basis – und das schlägt sich auch auf der Waage nieder.
Der neue X5 40d (G65) wiegt gemäss aktuellen Herstellerangaben rund 2'355 bis 2'430 kg, während der scheidende G05 xDrive40d mit 2'200 kg (DIN) beziehungsweise 2'275 kg (EU) zu Buche schlug. Unterm Strich bedeutet das ein Plus von etwa 150 bis 230 Kilogramm. Wir haben uns angeschaut, woher dieser Zuwachs kommt.
Eine Plattform für fünf Antriebsarten
Der wohl wichtigste Grund liegt im Konzept des G65 selbst: Erstmals teilt sich der X5 seine Karosserie, die Fahrwerksaufhängung und sämtliche Anbindungspunkte mit dem rein elektrischen iX5. Dieser bringt dank 800-Volt-Architektur und XXL-Akku gut 600 Kilogramm mehr auf die Waage als der Basis-Benziner. Damit diese Bandbreite an Gewicht über eine einzige Rohbaustruktur abgefedert werden kann, musste BMW die Hinterachse komplett neu konstruieren und den Rohbau insgesamt steifer und stabiler auslegen. Das kostet auch bei den klassischen Verbrennermodellen wie dem 40d spürbar an Gewicht – selbst wenn sie selbst keinen Elektroantrieb an Bord haben.
Mehr Auto, im wörtlichen Sinn
Der G65 ist gegenüber dem G05 gewachsen: länger, breiter und mit einer breiteren Spur. Mehr Karosseriefläche bedeutet automatisch mehr Blech, längere Kabelbäume und mehr Dämmmaterial – alles Faktoren, die sich in Kilogramm niederschlagen, lange bevor der erste Liter Kraftstoff im Tank ist.
Serienausstattung auf einem neuen Niveau
Ein weiterer Treiber ist der deutlich grosszügigere Serienumfang:
Adaptives Luftfahrwerk ab Werk, wo es beim G05 noch eine kostenpflichtige Option war
Integral-Aktivlenkung mit mitlenkender Hinterachse
Das neue Panoramic-Vision-Konzept mit grossem 17,9-Zoll-Zentraldisplay
Optional erhältliche automatische Türen, wie man sie bislang aus dem 7er kennt
Ein ausgebautes 48-Volt-Mildhybridsystem beim 40d mit zusätzlichem E-Motor und entsprechenden Batteriekomponenten
All das sind Annehmlichkeiten, die den Alltag komfortabler machen – aber eben auch Gewicht mitbringen, das beim Vorgänger schlicht nicht verbaut war.
Mehr Dämmung, mehr Sicherheit
Nicht zuletzt spielt auch das gestiegene Anspruchsniveau bei Akustik und Sicherheit eine Rolle. Für das gehobene NVH-Niveau, das man vom Neue-Klasse-Auftritt der Marke erwartet, sowie für aktuelle Crash- und Fussgängerschutz-Vorgaben wurde die Karosseriestruktur zusätzlich verstärkt.
Auswirkungen auf die Strassenverkehrsabgaben
Das höhere Gewicht des G65 macht sich nicht nur beim Fahrgefühl bemerkbar, sondern auch beim Portemonnaie – wenn auch in der Schweiz und in Deutschland auf sehr unterschiedliche Weise.
In der Schweiz ist die Motorfahrzeugsteuer Sache der Kantone, und jeder Kanton legt seine eigene Berechnungsgrundlage fest. In Kantonen wie Bern, Basel-Landschaft, St. Gallen oder Appenzell fliesst das Gesamtgewicht direkt in die Steuerformel ein: Je schwerer das Fahrzeug, desto höher die jährliche Rechnung. Im Kanton Zürich wird die Verkehrsabgabe aus einer Kombination von Hubraum und Gesamtgewicht berechnet – ein paar hundert Kilogramm mehr schlagen sich also auch hier direkt nieder. Andere Kantone wie Aargau, Glarus oder Zug orientierten sich bislang eher am Hubraum oder an den Steuer-PS, wobei auch dort ein Trend zu gewichtsbasierten Modellen zu beobachten ist: Der Kanton Aargau etwa stellt seine Verkehrssteuer per 1. Januar 2026 komplett auf eine Berechnung nach Gesamtgewicht und Normleistung um.
In Deutschland spielt das Fahrzeuggewicht bei der Kfz-Steuer für Personenwagen dagegen keine direkte Rolle. Die Steuer berechnet sich aus dem Hubraum (pro angefangene 100 cm³, bei Dieselfahrzeugen mit einem höheren Satz als bei Benzinern) sowie einer CO2-Komponente, die sich nach den Emissionswerten oberhalb eines Freibetrags richtet. Indirekt schlägt das höhere Gewicht des G65 aber trotzdem durch: Ein schwereres Fahrzeug benötigt mehr Energie zur Fortbewegung, was sich tendenziell in einem höheren Verbrauch und damit auch in höheren CO2-Werten niederschlägt – und die wiederum fliessen in die deutsche Kfz-Steuer ein.
Wer sich für den neuen X5 40d interessiert, sollte je nach Wohnort also unterschiedlich genau hinschauen: In vielen Schweizer Kantonen wirkt sich das Mehrgewicht unmittelbar auf die jährliche Verkehrsabgabe aus, in Deutschland eher über den Umweg der CO2-Bilanz
Der Gewichtszuwachs des neuen X5 40d ist also weniger dem Dieselantrieb selbst geschuldet. Vielmehr ist er die logische Folge einer Mehrzweck-Plattform, die von Anfang an auch ein 800-Volt-Elektroauto tragen muss, kombiniert mit einer grösseren Karosserie und deutlich mehr Technik und Komfort ab Werk. dass BMW dabei laut ersten Testfahrten trotzdem eine überzeugende Agilität herausgekitzelt hat, zeigt: Mehr Gewicht muss nicht automatisch weniger Fahrspass bedeuten.
Alle Angaben basieren auf aktuellen Herstellerinformationen und können sich bis zum Marktstart im November 2026 noch ändern.
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